Grußwort zum Neujahrsempfang des Elzer Geschichts- und Museumsvereins 2016

Im Rahmen des Neujahrsempfangs des Elzer Geschichte- und Museumsvereins am 17.01.2016 im Historischen Rathaus, Elz habe ich als zweiter Vorsitzender ein kurzes Grußwort gesprochen. Hier der Text:

 

Sehr geehrte Damen und Herrn,

liebe Mitglieder des Elzer Geschichts- und Museumsvereins,

liebe Gäste,

Das Jahr 2016 ist erst wenige Tage alt und liefert bereits jetzt viele Beispiele dafür, dass die Welt leider nicht friedlicher geworden ist. Die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln, die Terroranschläge in Jakarta und Istanbul zeigen, wie sehr wir Menschen und Gruppierungen ausgeliefert sind, die von abscheulichen Zielen getrieben werden. Gleichzeitig schnürt es mir die Kehle ab, wenn ich sehe, wie seit einigen Monaten zweifelhafte Gestalten in Dresden und anderen Städten Parolen in einem Duktus brüllen, der an dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit erinnert und sich dabei gleichzeitig als besorgte Verfechter unserer rechtstaatlichen Ordnung positionieren wollen. Aber genauso erfüllt es mich mit größter Sorge, wenn Gruppierungen, beispielsweise junger Männer, mit einem reaktionären, patriarchalischen Rollenbild auftreten, die Freiheit und Persönlichkeitsrechte friedlicher Menschen in eklatanter Form beschneiden und damit in völligen Widerspruch zu unserer modernen, aufgeklärten und liberalen Gesellschaft handeln. Es scheint, als ob wir uns in einer Zeit zunehmender Polarisierung befinden, in der es besonders die schaffen, Menschen um sich zu scharren, die die Welt in schwarz und weiß einteilen, für schwierige Probleme einfache Lösungen versprechen und dabei die Wirklichkeit in all ihren Facetten reduzieren.

Egal durch wen, egal wo – die Radikalisierung auf allen Seiten bietet ein enormes Spannungsfeld. Hier ist handeln, nicht wegschauen gefragt. Hier muss Politik und Gesellschaft, hier müssen wir alle tätig werden. Hier sind wir geforderte aufzustehen, Flagge und Menschlichkeit zu zeigen, wie es auch hier bei uns gerade im vergangenen Jahr im Rahmen viele ehrenamtlicher Initiativen zur Flüchtlingshilfe in beeindruckender Form passiert ist.

Papst Franziskus hat das Jahr 2016 zum Jahr der Barmherzigkeit erklärt. Barmherzigkeit heißt, Menschen in Not helfen und Menschen unterstützen.

Barmherzigkeit ist dabei aber mehr als reines Mitleid. Barmherzigkeit fordert aktives Handeln, sich einsetzen für etwas, für jemanden, der in Not ist. Barmherzigkeit hört nicht beim Verteilen von Almosen auf, sondern fängt dort erst an und sollte gerade in unserer heutigen Zeit Bestandteil aller Lebensbereiche sein, sie ist, wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken schon 1995 festgehalten hat: „der Quellgrund der sozialen Gerechtigkeit“.

Ich wünsche Ihnen alle für das kommende Jahr, dass sie viel Barmherzigkeit zeigen können und dabei noch mehr erfahren dürfen und natürlich Gesundheit, eine gehörige Portion Glück und Gottes Segen. Ich möchte mit dem Neujahrsgebet von Sankt Lamberti zu Münster aus dem Jahr 1883 schließen. Ein Gebet, welches in den vergangenen 133 Jahre nicht viel an Aktualität verloren hat.

 

Herr, setze dem Überfluss Grenzen

und lasse die Grenzen überflüssig werden.

Lasse die Leute kein falsches Geld machen

und auch das Geld keine falschen Leute.

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort

und erinnere die Männer an ihr erstes.

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit

und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,

die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.

Gib den Regierenden gute Deutsche

und den Deutschen eine gute Regierung.

Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen

aber nicht sofort.

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