Gibt es einen Zusammenhang zwischen Weihnachten und Kirche?

Vor ein paar Jahren  habe ich kurz vor Weihnachten zufällig ein befremdliches Gespräch im Supermarkt mit anhören müssen. Zwischen bunt blinkenden Lichterketten und Unmengen Spekulatius haben sich zwei Frauen über die Weihnachtsfeiertage unterhalten und festgestellt, dass der Besuch eines Gottesdienstes doch ziemlich aufwendig sei. Die Aussage der einen „Nein, das schaff’ ich nicht, es geht ja nicht alles, bei uns ist so viel los an Weihnachten“ wurde von der anderen Dame zustimmend kommentiert: „Stimmt, ich meine – wie soll ich dafür denn auch noch Zeit finden? Aber ich sag immer, das ist nicht so wichtig, Weihnachten ist ja schließlich das Fest der Familie“.

Glücklicherweise bin ich weder auf der Stelle tot umgefallen noch explodiert und konnte einfach weitergehen und so jede Konfrontation vermeiden. Aber mal ehrlich – wo sind wir gelandet?! Familienidylle am Heiligen Abend in aller Ehre, die gibt es in meiner Familie auch, trotzdem muss man nicht den Sinn von Weihnachten so abscheulich verdrängen. Wir feiern Weihnachten nicht deshalb, weil es ein Fest der Familie ist, weil der Handel die Kassen klingeln lassen will oder große Elektronikhandelsketten Werbesprüche an Mann und Frau bringen wollen, die mehr zu einer WM passen würden.

Wir feiern Weihnachten als Hochfest der Geburt des Herrn. Punkt. Wer andere Dinge in den Mittelpunkt stellt, feiert vielleicht das Fest der großen Geschenke oder den Abend der scheinheilig grinsenden Familie – aber nicht Weihnachten.

Ich glaube, es würde unserer Gesellschaft guttun, wenn wir uns häufiger in aller Konsequenz auf den Kern einer Sache beziehen würden. Dazu gehört an Weihnachten eben auch ein Gottesdienstbesuch. Vorher und nachher ist immer noch genügend Zeit, um mit der Familie zu feiern und/oder ein Bier mit Freunden trinken zu gehen. Spaß und Freude sind ja nicht verboten, im Gegenteil, „Weihnachten feiern“ impliziert dies, dennoch darf das Kind in der Krippe nicht so schamlos in die hinterste Ecke gerückt werden.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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